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Haarwachstum

Haarausfall

Arten des haarvermindernden Ausfalls

Mögliche Auslöser für vermehrten Haarausfall*

 

Im Durchschnitt hat jeder Mensch bis zu 100.000 Haare auf dem Kopf, wobei die Zahl je nach Haarfarbe schwankt. Beispielsweise haben Rothaarige durchschnittlich 85.000 Haare, Brünette 100.000 oder blonde Menschen sogar 140.000 Haare auf Ihrem Haupt. Naturblonde haben jedoch auch die feinsten Haare auf dem Kopf. Die dicksten Haare haben im Übrigen Rothaarige. Ein Haar hat einen Durchmesser von ca. 0,07 mm (Vellushaare = Wollhaar) bis ca. 0,12 mm (Terminalhaar = Haupthaar). Im Durchschnitt wächst ein Haar im Monat 1 cm. Umgerechnet wachsen also einer blonden Person 16,8 Kilometer Haare im Jahr!

Haare sind Hornfäden, die sich aus dem Protein Keratin sowie aus Wasser, Fett und Schwefel zusammensetzen. Sie entstehen in der Haarwurzel - einer röhrenförmigen, wenige Millimeter langen Einstülpung in der Haut. Die Haarwurzel - auch Follikel genannt - wird von kleinen Blutgefäßen mit Nähr- und Aufbaustoffen versorgt. Das Haar ist grob in drei Schichten aufgebaut:
Die erste Schicht, Schuppenschicht oder Cuticula genannt, besteht aus flachen, übereinandergreifenden Zellen, vergleichbar mit einem Tannenzapfen. Sie besteht aus sechs bis zehn solcher Zelllagen. Die Schuppenschicht ist insofern wichtig, als diese den Gesundheitszustand des Haares am offensichtlichsten zeigt. Beim gesunden Haar liegt die Schuppenschicht flach an und ergibt so eine glatte, durchscheinende Oberfläche. Das Licht wird optimal reflektiert und ergibt so den gesunden Glanz des Haares.

Die Hauptmasse des Haares ist die Faserschicht (oder Faserstamm, lat. Cortex). Hier spielen sich alle für den Friseur relevanten chemischen Prozesse ab. Der Cortex besteht aus einer großen Zahl feinster Keratinfasern, den Fibrillen. Diese entstehen vermutlich dadurch, dass sich Cortexzellen aneinanderlagern. Die Verbindung zwischen den beiden Zellen wird durch den Zellmembrankomplex hergestellt, den man sich als eine Art Kittsubstanz vorstellen kann. Die Reißfestigkeit und Elastizität des Haares sind auf diese Verkittung zurückzuführen.
Im Inneren des Haares finden wir den Markkanal (lat. Medulla). Er besteht aus Zellwandungen, Abbauprodukten der Cortexzellen und Fetten. Der Markkanal ist für den Aufbau und die Struktur des Haares vermutlich ohne Bedeutung

Nur wenige Hautregionen sind vollständig ohne Behaarung, nämlich Fußsohlen, Handinnenflächen, Fingernagelbett, Fußnagelbett und Lippen.

 

Haare haben einen Lebenszyklus, der sich in drei Phasen unterteilt: eine Wachstums-, eine Übergangs- und eine Ruhephase. Während der Wachstumsphase (Anagenphase) wächst das Haar pro Tag 0,2 bis 0,4 Millimeter. 85-90% der Haare auf der Kopfhaut befinden sich durchschnittlich in dieser Phase. Sie hält bei Männern bis zu vier und bei Frauen bis zu sechs Jahren an, wobei die tatsächliche Dauer erblich vorgegeben ist. Nach einer etwa vierwöchigen Übergangsphase (Katagenphase), in der die Haare nicht weiter mit Nährstoffen versorgt werden, und das Wachstum stoppt, folgt die Ruhephase (Telogenphase): Der Haarschaft verhornt, und die Haare lockern sich immer mehr, bis sie sich durch Kämmen, Bürsten, Haare waschen etc. von der Kopfhaut lösen. In dieser Endphase befinden sich ca. 18% der Kopfbehaarung. In der alten Haarwurzel kann nun bis zu zwölf mal aufeinander folgend ein neues Haar nachwachsen. Danach stirbt der Haarfollikel ab.

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Der Begriff ist leider etwas irreführend, da er einfach jeden Ausfall des Haares - egal aus welchem Grund - beschreibt. Grundsätzlich ist zu sagen: Jeder Mensch verliert Haare, das ist alltäglich und von der Natur so vorgegeben. Je nach Haarfarbe sowie Faktoren wie Alter und Geschlecht schwankt die Zahl zwischen 20 bis 100 Haare pro Tag. So lange sich dieser Ausfall über den gesamten Kopf verteilt kann man vom ganz alltäglichen "nicht-haarvermindernden Ausfall" sprechen.

Erst wenn über einen längeren Zeitraum hinweg täglich mehr Haare ausfallen, oder sich der Ausfall auf bestimmte Kopfbereiche konzentriert (z.B. wie bei dem androgenetischen Haarausfall nur am Oberkopf oder an den Schläfen) ist dies eher besorgniserregend und man kann von "haarverminderndem Ausfall" sprechen.

Dieser kann wiederum in den "vermehrten Haarausfall"* und den "krankheitsbedingten Haarausfall" unterteilt werden.

Der haarvermindernde Ausfall ist besonders in Industrienationen verbreitet. Waren in früheren Jahrzehnten vor allem Männer betroffen, leiden heute auch immer mehr Frauen unter dem Verlust von Haaren.

 

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*Ist ein nicht krankheitsbedingter, leichter bis mäßiger Haarausfall. Unter anderem sind folgende Arten bekannt:

Der erblich bedingte Haarausfall (Alopecia androgenetica)
Sowohl Männer als auch Frauen können vom erblich bedingten Haarausfall betroffen sein. Bei jungen Männern, bei denen eine familiäre Disposition vorherrscht, beginnt der genetisch bedingte Haarausfall meistens am Vorderkopf und an den Schläfen. Diese Form des Haarausfalls wird Alopecia praematura oder simplex bezeichnet. In Folge kann es dann zu einer kompletten Glatzenbildung kommen. Meistens tritt der erblich bedingte Haarausfall bei Frauen erst nach der Menopause auf. Produziert der Körper überschüssiges Testosteron - wie es bei vielen Männern, aber auch Frauen der Fall ist -, wird das Testosteron durch bestimmte Enzyme (5-Alpha-Reduktase Typ I und II) in Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt. Bei einer vererbten Überempfindlichkeit gegen Dihydrotestosteron schadet dies der Haarwurzel: Die Nährstoffaufnahme der Haare wird eingeschränkt. Das Haar beginnt zu verkümmern und fällt schließlich aus.

Haarausfall, der sich über den gesamten Kopf gleichmäßig verteilt (diffuse Alopezie), auch Effluvium teleogenes genannt.
Diese Form des Haarausfalls von Terminalhaaren durch vermehrten Übergang in die Telogenphase trifft Männer und Frauen gleich häufig. Das Haar wird am gesamten Kopf schütter und es gehen täglich mehr als 100 Haare aus. Oft ist der diffuse Haarausfall Zeichen für eine vorübergehende organische, nicht krankhafte Störung wie etwa hohes Fieber oder eine grippale Infektion. Aber auch Hormonschwankungen (Nach Schwangerschaften, in der Menopause), Stress und Eisenmangel können ein Auslöser sein. Ein erheblicher Mangel an den Vitaminen aus der B-Gruppe, wie B1, B2 und B6, dem als Vitamin H bekannten Biotin sowie den Spurenelementen Zink oder Selen, der durch einseitige, über längere Zeit durchgeführte Diäten entstehen kann, gilt ebenfalls als Auslöser.



Ist ein starker bzw. schwerer Haarausfall, ausgelöst durch eine Krankheit. Unter anderem sind folgende Arten bekannt:

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) oder Pelade; Areata celsis
Hierunter versteht man einen runden, lokal begrenzten krankhaften Haarausfall. Die Kahlstellen sind glatt, eingesunken, nicht schuppend, und die Haarfollikel bleiben erhalten. Häufig bestehen zusätzlich Veränderungen der Fingernägel mit Grübchen, Rillen oder sandpapierartigen Aufrauhungen. Diese krankhafte Form muss vom Arzt behandelt werden.

Totaler Haarausfall (Alopecia totalis)
In extremen Fällen führt der Haarausfall zur völligen Kahlheit am Kopf oder sogar am ganzen Körper (Alopecia universalis). Als Ursache des krankhaften Haarausfalls vermuten Wissenschaftler eine Störung des Immunsystems oder eine psychische Erkrankung. Diese krankhafte Form muss vom Arzt behandelt werden.

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Stress
Zuviel Stress kann zu vermehrtem Haarausfall* führen. Es werden dann Botenstoffe ausgeschüttet, die das Wachstum des Haares, das von Nervenfasern umgeben ist, negativ beeinflussen. Kommt dies während des Übergangs der Haare aus der Wachstumsphase in die Übergangsphase vor, so kann es zu einem vorzeitigen Stopp des Haarwachstums kommen und ein frühzeitiger Ausfall der Haare wäre die Folge.

Ungenügende Nährstoffversorgung, z.B. bei Diäten
Wenn es mit der Diät übertrieben wird und dem Körper wichtige Nähr- und Aufbaustoffe entzogen werden, wirkt sich diese Mangelerscheinung auch auf den Haarwuchs aus. Für die Entstehung des Haares im Haarfollikel ist ein erhöhter Stoffwechsel nötig, der durch biochemische Abläufe beeinflusst wird. Wird dieser Vorgang durch einen Mangel an Nährstoffen durch Unterversorgung unterbrochen, wirkt sich dies auf das Haarwachstum negativ aus. Die Haare werden dünner oder es tritt ein vermehrter Haarausfall* auf.

Hormonelle Veränderungen
Hormone nehmen im Körper sehr viele Aufgaben wahr und sind an fast allen Vorgängen im Körper auf vielfältigste Weise beteiligt. So wird auch die Lebensdauer des Haarzyklus sowie dessen Teilungs-Aktivitäten, die sich letztlich auch auf den Haarausfall auswirken, beeinflusst. Aus diesem Grund können hormonelle Umstellungen des Körpers zu vermehrtem Haarausfall* führen. Oft stellt sich vermehrter Haarausfall* auch nach der Geburt ein. Dieser reguliert sich in der Regel nach der Hormonumstellung wieder von selbst. Den vermehrten Haarausfall* kann man auch nach Absetzen der Anti-Baby-Pille oder in den Wechseljahren beobachten, welche sich durch Hormonschwankungen ankündigen. Die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone lässt nach, stattdessen steigen die männlichen Sexualhormone (=Androgene) an. Bei vielen Frauen kommt es deshalb zu einem dauerhaft erhöhten Haarausfall und dünner werdenden Haaren.

Auch der typische anlagebedingte Haarausfall des Mannes (die androgenetische Alopezie) zählt auf Grund der hormonellen Veränderungen im Körper zu den häufigsten Auslösern für vermehrten Haarausfall*.

Allgemeine Alterserscheinungen
Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Haarwuchses ab. Schuld daran ist die nachlassende Produktion von Sexual- und Wachstumshormonen, die sich auch auf den Haarausfall auswirkt: Schon ab dem 20. Lebensjahr beginnt der Körper zum Beispiel eine geringere Menge des Wachstumshormons Somatotropin (HGH) zu produzieren. Etwa alle zehn Jahre sinkt die Produktion um weitere 14 Prozent. Schüttere Haare und Haarausfall im Alter können zunehmen.

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* Die Formulierung "vermehrter Haarausfall" beschreibt einen nicht krankheitsbedingten, leichten bis mäßigen Haarausfall